Wer Bürgerin oder Bürger von Allschwil ist, bewegt sich in einer Gruppe von Menschen, die in irgendeiner Form eine besondere Beziehung zum Dorf haben. Bürgersteuern muss niemand bezahlen. Aber ausser dem guten Gefühl, einer eigenständigen Gemeinschaft anzugehören, hat man lediglich Anspruch auf einen Gratis-Weihnachtsbaum. Ein häufiger Grund, sich einbürgern zu lassen, ist natürlich der Erwerb des Schweizer Passes. Wer sich deshalb um die Einbürgerung bemüht, hat ein genau definiertes Prozedere zu absolvieren, in dessen Verlauf er uns, also die Schweiz im Allgemeinen und die Bürgergemeinde Allschwil im Besonderen, kennenlernt. über die Erteilung des Allschwiler Bürgerrechts entscheidet immer die Bürgergemeinde-Versammlung.

  • als Schweizer Bürgerinnen und Bürger seit mindestens drei Jahren ununterbrochen in der Gemeinde Allschwil wohnen
  • als Ausländerinnen und Ausländer die eidgenössischen Wohnsitzerfordernisse erfüllen und seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen in der Gemeinde Allschwil wohnen und auch als ausländische Interessierte mit den örtlichen und Schweizer Verhältnissen vertraut sind

Voraussetzungen für den Erwerb des Bürgerrechts von ausländischen Gesuchsteller

Wohnsitzerfordernis

Bund

Insgesamt 12 Jahre Wohnsitz in der Schweiz. Stellen Ehegatten das Gesuch gemeinsam, so muss nur eine der beiden Personen diese Wohnsitzvoraussetzung erfüllen. Bei der anderen Person reichen 5 Jahre.

Kanton

Insgesamt 5 Jahre Wohnsitz im Kanton. Stellen Ehegatten das Gesuch gemeinsam, so muss nur eine der beiden Personen diese Wohnsitzvoraussetzung erfüllen. Bei der anderen Person reichen 3 Jahre.

Gemeinde

Insgesamt 5 Jahre Wohnsitz in Allschwil

Eignung

Eingebürgert werden kann nur, wer:Zuständig:
in der Schweiz eingegliedert ist.Bürgerrat & Kanton
mit den schweizerischen Sitten und Gebräuchen vertraut ist.Bürgerrat & Kanton
die Rechtsordnung beachtet, die öffentlich-rechtlichen und privaten Pflichten erfüllt und einen guten Ruf geniesst.Kanton
die innere und äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet.Kanton & Bund

Ablauf

Bewerbung bei der SID
Die SID übermittelt das Gesuch dem Bürgerrat zur Eignungsprüfung
 
Der Bürgerrat prüft das Gesuch (Eignungsgespräch) und teilt innert 6 Wochen den Entscheid der SID mit
Liegen alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung vor (u.a. Leumund, finanzielle Verhältnisse etc.) erteilt der Kanton die kantonale Bewilligung und stellt beim Bund Antrag auf die eidg. Einbürgerungsbewilligung
 
Die Bürgergemeindeversammlung entscheidet innert 6 Monaten nach der kantonalen Bewilligung über das Gesuch und die Gebühr des Ortsbürgerrechts
Der Bürgerrat übermittelt der SID innert 30 Tagen das Abstimmungsprotokoll und die Höhe sowie die Bezahlung der Gebühr
 
Die SID stellt beim Regierungsrat innerhalb von 3 Monaten zuhanden des Landrates Antrag auf Erteilung des Kantonsbürgerrechts und Antrag über die Höhe der kantonalen Gebühr
Der Landrat fasst seinen Beschluss innert 10 Wochen seit Antragstellung des Regierungsrates
 
Der Bewerber ist nun Orts-, Kantons- und Schweizerbürger

Wichtige Adressen und Kontakte

Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJDP

Bundesamt für Migration BFM
Quellenweg 6
3003 Bern-Wabern 

Telefon +41(0)31 325 11 11
Fax +41(0)31 325 93 79 
www.bfm.admin.ch

Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft

Zivilrechtsverwaltung 
Bürgerrechtswesen 
Kirchgasse 7, Postfach
4144 Arlesheim 

Telefon +41(0)61 552 45 00
Fax +41(0)61 552 45 01

Gemeindeverwaltung Allschwil

Baslerstrasse 111 
4123 Allschwil 

Telefon +41(0)61 486 25 25
Fax +41(0)61 486 25 48 
E-Mail: gemeinde@allschwil.bl.ch 
www.allschwil.ch

Bürgerrat Allschwil

Geschäftsstelle 
Dorfplatz 2, Postfach 
4123 Allschwil 

Telefon +41(0)61 482 22 46
Fax +41(0)61 482 22 45 
E-Mail: info@bg-allschwil.ch 
www.bg-allschwil.ch

Eignungsgespräch

Integrations- bzw. Eignungsgespräch mit dem Bürgerrat

Gestützt auf das eidgenössische und das kantonale Bürgerrechtsgesetz führt der Bürgerrat mit den ausländischen Gesuchstellern, die sich um eine Einbürgerung bewerben, ein Eignungsgespräch durch. Dieses Gespräch ist nur eine der Voraussetzungen für die Einbürgerung. Weitere Voraussetzungen sind:

  • Wohnsitzdauer (siehe Pt. 11.1)
  • guter Leumund
  • keine hängigen Strafverfahren
  • keine Betreibungen
  • keine Steuerschulden und/oder Steuerrückstände

Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller als auch der Bürgerrat sollen die Chance haben, sich gegenseitig vorzustellen, über Beweggründe der Einbürgerung zu diskutieren und allfällige Fragen zu beantworten.

Durchführung des Eignungsgesprächs

Im Rahmen des Integrations- bzw. Eignungsgesprächs wird der Bürgerrat des Ressorts Einbürgerungen einleitend die Begrüssung vornehmen und den Ablauf erklären. Der Gesuchsteller hat dann die Möglichkeit, seine Person/Familie vorzustellen und seine Beweggründe für eine Einbürgerung zu schildern.

Bereits bei diesem Gespräch zeigt sich, ob die Gesuchstellerin bzw. der Gesuchsteller der deutschen Sprache mächtig sind. Ebenfalls zeigt sich, ob sie sich in der Schweiz wohl fühlen, integriert sind und sich bezüglich ihrer Motivation für die Einbürgerung wirklich Gedanken gemacht haben.

Im zweiten Teil des Gesprächs stellt der Bürgerrat Fragen zu mehreren Themen:

Staatskunde, Geografie, Demokratieverständnis, Rechte und Pflichten, Geschichte, Neutralität, Sitten und Gebräuche sowie die persönliche Verbundenheit zu Allschwil sind die Kernthemen. Mögliche Fragen zu den einzelnen Bereichen können lauten:

Staatskunde: Grösse der Schweiz, Basel-Landschaft, Allschwil; Einwohnerzahl der Schweiz, Basellandschaft, Allschwil, Fragen zu Landessprachen, Anzahl Kantone u. dgl.

Geografie: Kenntnisse über die Lage von markanten Bergen in der Schweiz und Seen, bzw. den Verlauf der wichtigsten Flüsse der Schweiz, Unterteilung der Schweiz in Regionen

Rechte und Pflichten: Welche Rechte und Pflichten stehen den Einwohnerinnen und Einwohnern zu? Welche politischen Rechte können mit dem Erwerb des Schweizer Bürgerrechts erworben werden? Wie ist die Schweizerische Neutralität zu erklären, welche Merkmale kennzeichnet die schweizerische Demokratie? Welches sind die Hauptaufgaben der Einwohnergemeinde, welche die der Bürgergemeinde?

Geschichte: Geschichtlicher Abriss der Schweiz, des Kantons und der Gemeinde. Welche Sitten und Gebräuche kennt der Gesuchsteller, die Gesuchstellerin? usw.

Bei Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern, die ungenügende Kenntnisse aufweisen, wird das Gesuch um 1 Jahr zurückgestellt. Die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller müssen sich nach Ablauf dieser Frist selbst wieder bei der Bürgergemeinde und bei der SID melden.

Erfüllen die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller auch beim zweiten Gespräch die Anforderungen nicht, wird das Gesuch abgelehnt. Der Bürgerrat meldet seinen Entscheid über den Verlauf des Eignungsgesprächs der SID.

Gebührenregelung

Am 23. November 2005 hat der Bundesrat die Verordnung über Gebühren zum Bürgerrechtsgesetz verabschiedet und beschlossen, diese auf 1. Januar 2006 in Kraft zu setzen. Der neue Artikel 38 des Bürgerrechtsgesetzes, welcher ebenfalls am 1. Januar 2006 in Kraft getreten ist, bestimmt, dass Bund, Kantone und Gemeinden für ihre Entscheide höchstens Gebühren erheben können, welche die Verfahrenskosten decken.

Gebühren ab 1. Januar 2009

GesuchstellerBundKantonGemeinde
Kantonsbürgermax. CHF 2'000.-- 
*1)
CHF 300.-- 
*1)
Schweizer Bürgermax. CHF 2'000.-- 
*1)
CHF 300.-- 
*1)
AusländerCHF 50.-- bis 150.--max. CHF 2'000.-- 
*1)
max. CHF 2'000.--
*1)
Erleichterte EinbürgerungCHF 450.--  Spezielle Fälle regelt das Bundesamt für Migration

*1) Die gesetzlichen Grundlagen und besondere an die Gebühren gebundene Regelungen sind im Bürgerrechtsgesetz § 24 - 25a sowie in den folgenden Dokumenten der Bürgergemeinde Allschwil zu finden: